Wochenergebnis KW52 2023

Unglaublich, aber der S&P500 hat es tatsächlich noch eine weitere Woche geschafft mit steigenden Kursen abzuschliessen. Damit sind es nun 9 Gewinnwochen in Folge mit zuletzt einem Wochenplus von 0.32%. Mein Portfolio übertrifft das und erreicht nochmals weitere 4.666,23 EUR Gewinn. Das ist doch ein schöner Jahresausklang.

In der Marktampel verschieben sich erste Kriterien von grün auf rot. Gesamthaft ist die Ampel aber weiter klar grün.

Die Gesamtübersicht der Tradingdepot-Wochenergebnisse ist in Tabellenform auch jederzeit in der Performance einsehbar.

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Im kleinen Depot steht hingegen mal wieder ein Verlust an. Mit -101,31 EUR ging es um -1.45% abwärts. Das Depot schliesst damit bei 6.892,31 EUR. Die Cushion ist ebenfalls leichter geworden mit  jetzt noch 54.49%. Offene Prämien sind mit 619 USD erneut gestiegen.

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Damit enttäuscht die Woche. Ähnlich, wie schon das gesamte Jahr. Denn beim Blick auf die Jahresperformance stellen sich viele Fragen.

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Mit über 40% Verlust kann ich nicht zufrieden sein. Natürlich nicht. Vor allem, weil die weltweiten Aktienmärkte in der gleichen Zeit um 20 bis 40% gestiegen sind.

Wie in den vorherigen Wochen bereits angekündigt, wird dies auch der letzte Beitrag zum kleinen Depot sein. Ich denke, aktuell bietet der jeweilige Abschnitt für Sie, liebe Leser, keinen Mehrwert. Und mich selbst frustriert es auch.

Abschliessend möchte ich aber auch kritisch reflektieren, was passiert ist. Ich sehe mehrere Punkte und möchte jeweils kurz darauf eingehen.

  1. Das kleine Depot hat eine Grösse, die für mich unattraktiv ist regelmässig zu managen. Natürlich sind 7kEUR auch für mich noch immer eine Menge Geld und es soll keineswegs respektlos erscheinen gegenüber kleineren Depots. Im Vergleich zum grösseren Depot lohnt sich für mich aber nicht viel Aufwand in das kleine Depot zu investieren. Im grösseren Depot bin ich mitunter Tagesschwankungen um ähnliche Beträge gewohnt. Darum ist ist der Zeitaufwand extrem klein ausgefallen. Oft habe ich während der Woche völlig vergessen einen Blick auf die Positionen zu werfen und habe jeweils nur am Freitag Abend für wenige Minuten gemanagt. Wenig Zeitaufwand ist ok, aber dann muss das Depot auch entsprechend ausgerichtet sein.
  2. Die Positionen sind mit ARKK, SQQQ und UNG seit vielen Monaten unverändert. Wer ein wenig Einblick in meine Strategien hat, weiss, dass ich grundlegend zwischen zwei Konzepten unterscheide. Einerseits handele ich Strategien mit einem fixem CRV, d.h. mit zuvor (vor Tradebeginn) festgelegten Profit Target und Stopp Loss Marken. Daneben habe ich eine Reihe von Strategien, bei denen ich auf eine “unendliche Reparatur” setze. Die offenen Positionen wurden mit genau diesem Grundsatz gestartet vor einer ganzen Weile. Solche Strategien sind meist nicht auf Renditemaximierung ausgerichtet, aber (für mich) mental einfach zu handeln. Ein kleines Depot macht aber besonders Spass, wenn stetige, schnelle Zuwächse sichtbar sind. Darum sind die gewählten Strategien nicht optimal gewesen.
  3. Auch bei der unendlichen Reparatur habe ich über die Zeit viel dazu gelernt und mache inzwischen bei neuen Positionen einiges anders. Positionen so weit in den Verlust laufen zu lassen, wie es hier geschehen ist, würde ich inzwischen nicht mehr bzw. kenne inzwischen weitere Möglichkeiten das vorher abzufangen / zu managen. Schwierig allerdings, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.
  4. Rational wäre es gewesen, Altpositionen irgendwann zu cutten und neu zu starten. Insbesondere um Ihnen einen Mehrwert bieten zu können. Mein Ego hat das verhindert. Ich bin – noch immer – davon überzeugt, dass die Altpositionen mit kleinem Gewinn aus dem Depot raus gehen werden. Das braucht aber Zeit.
  5. Zwischenzeitlich hatte ich überlegt mit weiteren Strategien beizumischen und so die Rendite zu pushen. Dabei habe ich übersehen, dass erstens die vergleichsweise hohen Ordergebühren und zweitens regulatorische Einschränkungen (unter 25kUSD gilt die sogenannte Pattern Daytrading Rule) das Leben dabei schwer machen. Ausserdem haben wir dabei wieder den Zeitaspekt.

Wie erwähnt, werde ich im neuen Jahr das kleine Depot hier nicht weiter aufführen. Ein grosser Verlust wird das für den Blog wohl kaum sein ;-). Und ich hoffe, dass ich mit neuen Ideen den Blog stattdessen sogar noch interessanter machen kann. Ich werde die gewonnene Zeit entweder für detailliertere Erklärungen verwenden und/oder vielleicht auch Tradevorschläge machen. Diese sind auch weiterhin keine Handlungsempfehlungen, sondern sollen vielmehr als Inspiration dienen. Wir werden sehen, wohin die Reise führt…

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Das grössere Depot hat hingegen auch diese Woche Spass gemacht. Mit 4.767,54 EUR Gewinn ist es ein gelungener Jahresabschluss. Umgerechnet sind das 0.86%, die das Depot nochmals gewachsen ist auf nun 557.652,09 EUR. Die Cushion ist leicht gesunken auf 74.03%. Offene Prämien sind sogar nochmals weiter angewachsen auf 156.344 USD.

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Das Wochenergebnis mag überraschen, denn in den Instagram-Stories hatte ich zuletzt hohe realisierte Verluste gepostet. Bitte die realisierten Prämien Gewinne/Verluste mit dem Portfolio-Ergebnis nicht vermischen. Trotz realisierter Verluste kann das Depot ansteigen, wie diese Woche eindrücklich zeigt.

Schauen wir auf die einzelnen, regelmässig gehandelten Strategien.

SPX0DTE-Strategie1: mit stolzen 6.341,10 USD Gewinn schliesst diese Strategie auf einem Allzeithoch das Jahr ab. Wunderbar. Das freut mich besonders, weil es eine lange Durststrecke trotz grosser Handelsaktivität im Q2/Q3 diesen Jahres gab. Das Durchhalten hat sich aber mehr als gelohnt.

SPX0DTE-Strategie2: hier sind hingegen noch Reparaturen offen und es gab einen realisierten Wochenverlust von -1.881,59 USD. Über die nächsten Wochen sollte das problemlos wieder aufgeholt werden können mit folgenden Reparaturen.

SPX1DTE-Strategie: trotz eines Ausstoppers kamen hier noch 1.511,48 USD Wochengewinn zusammen. Grossartig. Auch das freut mich besonders, weil die Strategie erstmal stark abgesackt war nach Start vor ein paar Monaten.

SPX7DTE-Strategie1: erneut wurden -14.460,04 USD (temporär) an Verlusten realisiert. Hier habe ich mittlerweile die grösste Reparaturposition, die mir auch gleichzeitig als eine Art Hedge für das Gesamtdepot dient. Darum sehe ich den aktuellen Verlust sehr entspannt und er wird in der nächsten Börsenkorrektur wieder aufgeholt.

SPX7DTE-Strategie2: Schwankend präsentiert sich diese Strategie weiterhin. Mit -94,47 USD ist es quasi eine Nullrunde für diese Woche gewesen.

SPX45DTE-Strategie: auch hier liegt eine Reparatur vor und es wurden erneut -3.668,52 USD Verluste durch einen Rollvorgang (temporär) realisiert. Ebenfalls ein (etwas kleinerer) Hedge für das Portfolio.

Earnings (selektiv): Mit 628,91 USD realisierten Gewinnen auch ein gutes Wochenergebnis. Aktuell laufen hier noch 3 Altpositionen mit Reparaturen.

Insgesamt macht das aus den regelmässig gehandelten Strategien einen Wochenverlust von -11.623,13 USD. Wie beschrieben ist das nur eine Momentaufnahme. Die Depotrichtung insgesamt zeigt zufriedenstellend nach oben.

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Das Jahr wird knapp unter der Performance des S&P500 abgeschlossen. Schade. Bei knapp 23% Jahresgewinn mit dieser Portfoliogrösse bin ich aber dennoch sehr zufrieden und habe meine Ziele sogar leicht übererfüllt.

Marktampel (grün)

Mit 14 grünen, 10 gelben und 9 roten Kriterien bleibt die Marktampel auch für die kommende Woche klar grün. Und meine Skepsis legt sich sogar für das mittelfristige Bild etwas. Ich erkläre Ihnen weshalb…

Negativ sehe ich in dieser Woche, dass die grossen Techs schwächeln. Im Vergleich zum S&P500 und Dow Jones haben die Tech-Werte leicht underperformt. Und vor allem kleinere Werte konnten nicht mithalten und schlossen sogar im Verlust. Die Marktbreite ist aber weiterhin gut.

Und mit den weiterhin extremen GD-Ratios und einem Fear&Greed Index in Extreme Greed und ausserdem der 9. Gewinnwoche in Folge, sollte/müsste/dürfte es sehr bald zu einer Korrektur kommen. Interessant – und was mich positiv für den mittelfristigen Ausblickt stimmt – ist aber, wie es nach jeweils kurzen Korrekturen nach solch starken Gewinnphasen weiter ging.

Acht Gewinnwochen in Folge gab es zuletzt 2017 und 2013. Für neun Gewinnwochen in Folge müssen wir schon ins Jahr 2004 zurück gehen. Die Korrekturen fielen aber jeweils sehr gering aus zwischen 0.5% und ca. 4%. Und spannend ist, dass sich in allen 3 Fällen die Aufwärtsbewegung nach relativ kurzer Zeit weiter fortsetzte.

Für meine verkauften Calls im Depot müssten die Märkte um 0.5% und 5% und knapp 9% korrigieren. Gut möglich also, dass ich zumindest einzelne Positionen noch eine Weile weiter tragen werde. Für das Gesamtportfolio gut verkraftbar, deshalb mache ich mir keine Sorgen, auch wenn es die Performance kurzfristig beeinträchtigt.

Wie immer bin ich super neugierig und gespannt, was wohl die nächsten Wochen bringen werden. Börse wird zurecht “Das Spiel der Spiele” genannt. Es wird nie langweilig und bietet immer wieder etwas Neues. Auch wenn sich Szenarien ähneln mögen.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, einen guten Rutsch ins neue Jahr. Kommen Sie gut rüber und bleiben Sie der Börse (und mir) treu :-).

 

Risikoausschluss
Ich bin kein Finanzberater. Beiträge sind lediglich meine eigenen Erfahrungen und Meinungen. Ich gebe keine Handlungsempfehlungen! Jeder ist für sein eigenes Handeln verantwortlich!

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